Besondere Erlebnisse in den letzten 5 Jahren?
TK: Es gibt viele schöne Dinge, die wir gemeinsam erreicht haben. Ein Beispiel ist, dass unser Tun branchenübergreifend wahrgenommen wurde. Wir erhielten 2015 den Sales-Leader-Award, obwohl wir gegen beeindruckende Marken aus der Industrie antraten. Ich bin schon sehr stolz, dass die Energie und das Engagement unseres Teams auch nach Außen spürbar ist.
Was fasziniert dich bei deiner Arbeit?
TK: Die Menschen bei TIGI geben mir sehr viel. Mit Anthony Mascolo beim Abendessen locker zu philosophieren, das gibt Energie. Was ich auch inspirierend finde, das Creative Team um Gianni D’Assero, Ulla Maass, Frank und Michael Senner – das sind ganz besondere Menschen. imSalon.de hat einmal geschrieben, dass für TIGI die großen Stars der Bühne auch normale Seminare geben. Das ist ein wichtiger Faktor in unserem Portfolio. Wir möchten zeigen, welche Optionen und Chancen sich hinter dem Beruf „Friseur“ verstecken und wie kreativ, außergewöhnlich und menschennah die Friseurbranche sein kann.
Wer schneidet dir die Haare?
TK: Gianni D’Assero, unser TIGI Creative Director.
„Wenn man glücklich ist, kann man gut arbeiten…“
Wie motivierst du?
TK: Meine Philosophie ist, wenn man glücklich ist, kann man gut arbeiten. Unsere Mitarbeiter sollen happy sein. Den Spirit merkt man im guten Umgang miteinander und im Teamgeist. Es ist uns wichtig, unsere Mitarbeiter immer wieder neu zu inspirieren. Bei Neueinstellungen steht deshalb sehr stark die Persönlichkeit im Vordergrund. Als sprichwörtliche „Cherry on the Cake“ haben wir bei TIGI außerdem diverse attraktive Unterstützungsmöglichkeiten. Diese reichen von der Altersvorsorge, über tolle Weihnachts- und Sommerfeste – wo diese Gemeinschaft gelebt werden kann – bis hin zu kleinen Dingen wie immer frisches Obst, Kaffee und unterschiedliche Getränke in der Küche.
2009 wurde TIGI von Unilever gekauft. Gibt es bereits Strategien?
TK: Der Weltkonzern Unilever bietet unglaubliche Chancen – wir profitieren massiv von deren Forschung und Entwicklung und den professionellen Strukturen. Wir können unseren Salons Finanzierungsmöglichkeiten bieten und größere Investitionen in die Marke tätigen. Dadurch wird auch zukünftig das Ausleben von Kreativität und das Erfinden innovativer Produkte und Styles unter Einhaltung der höchsten Qualitätsstandards gesichert. Trotzdem lässt uns Unilever freien Lauf.
Die Mischung aus einer sehr professionellen Mutter und einer wilden, ungeschliffenen Tochter ist der Mix, der TIGI ausmacht.
Wo sieht sich TIGI marktanteilstechnisch?
TK: Eine Prozentzahl kann ich nicht nennen. Was recht valide zu sagen ist, dass der Markt seit Jahren stagniert. Jedoch sind wir in 5 Jahren um 80 % gewachsen und somit auch unsere Marktanteile.
„30% unseres Umsatzes fließen in Marketing und Education“
Ihr habt in den letzten Jahren einen konstant starken und einzigartigen Markenauftritt mit enormer Sichtbarkeit im Markt. Wie hoch ist der Anteil der Werbespendings?
TK: Knapp 30% unseres Umsatzes fließen in Marketing und Education. Es freut mich sehr, dieses positive Feedback zur Markenpräsenz zu erhalten. Das war ein immens wichtiger strategischer Punkt, als wir vor 5 Jahren begonnen haben. Damals wurde bereits viel ausgegeben, aber es war noch nicht spürbar im Markt. Jetzt sind wir greifbar für den Markt. Die Marketing- und Educationteams haben diesbezüglich einen exzellenten Job hingelegt.
Liegt der Fokus mehr auf Endverbraucher oder Friseur?
TK: Das sind zwei Dinge, die beide sehr wichtig sind. Die richtige Balance muss es sein. Auf unser Business-to-Business Strategie für den Friseur liegt der Hauptfokus. Dennoch sehen wir zum Beispiel Social Media als modernes und zeitgerechtes Tool für den Endverbraucher-Markt. Das Ziel ist es, TIGI noch viel bekannter zu machen, wovon dann auch unsere Friseurpartner wieder profitieren. Ein schönes Beispiel dafür sind unsere Kooperationen mit Bloggerinnen wie Caroline Daur, Pamela Reif, Caroline Einhoff und Sara-Joleen Kaveh-Moghaddam, wofür wir sensationelles Feedback erhalten haben.
Gibt es denn Studien zu eurem Bekanntheitsgrad?
TK: Nein, wobei wir selbst auch schon darüber nachgedacht haben. Es gibt ja mittlerweile extrem viele kleine Marken, es wird immer zersiedelter. Bei Friseuren hat TIGI einen Bekanntheitsgrad von 90% aufwärts.
"...einen Bekanntheitsgrad von 90%"
Und beim Endverbraucher?
TK: Unser Ziel ist es eine ähnliche Quote wie beim Friseur zu erreichen aber da haben wir noch Aufholbedarf.
TIGI gibt es seit geraumer Zeit auch im Großhandel, ganz neu HAIR HAUS!
TK: Hair Haus nehmen wir als qualitativ hochwertigen Partner wahr. Der Großhandel für den Friseurfachmarkt allgemein hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt, Hair Haus insbesondere. Wir haben die Zusammenarbeit strategisch aufgebaut und der Start sieht sehr vielversprechend aus.
Was sind die Ziele der Großhandels-Partnerschaft?
TK: Wir wollen die Distribution im Markt erweitern. Dazu brauchen wir hochwertige Partner im Großhandel. Bei All-4-Hair hat das bereits gut funktioniert, dort wird behutsam mit unserer Marke umgegangen. Die Friseurexklusivität steht im Fokus.
Internethandel: Ein schwieriges Thema, das allen Kopfzerbrechen bereitet. Wie geht ihr damit um?
TK: Wir versuchen mit einigen wenigen Partnern hochwertig zu arbeiten. Jedoch ist durch EU Regularien und offene Grenzen dieses Feld sehr frei. Da haben wir nicht viel Spielraum.
Das Internet ist eine Realität unserer Zeit und wir versuchen diese eher positiv zu nutzen, um die Marke weiterzuentwickeln. Zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit Bloggern oder das Bereitstellen von Education Materialien für Friseure auf YouTube etc., davon profitieren die Friseure.
Ist ein eigener TIGI-Shop geplant?
TK: Nein. Es gibt gewisse Überlegungen, es muss aber strategisch absolut Sinn machen. Grundsätzlich folgen wir unserem Leitsatz „By Hairdressers, For Hairdressers.“. Das heißt unser Kerngeschäft ist der Verkauf über den Friseur und nicht über einen Internet-Shop – wenn, bietet der Friseur einen saloneigenen Onlineshop.
Beim Rundgang durchs Unternehmen TIGI in Herrenberg, hier im Lager