Kommentar von Raphaela Kirschnick
Es kommt keine Ruhe in die Negativberichterstattung: „Friseure werden teurer“, „Friseure verdienen nichts“, … die Mindestlohndebatte hat viel Öl ins Medienfeuer gegossen. Egal, ob FAZ, Spiegel oder Tagesschau: kaum ein Medium, das nicht mit einem Bild von FriseurInnen in Action seinen Beitrag untermalt und so den Friseur als Niedriglöhner ins kollektive Gesellschaftsgedächtnis brennt.
Und bevor wir jetzt auf die Medien einschlagen: Die machen ihren Job. Sie recherchieren. Jede Recherche führt zwangsläufig in die Tiefen der Tariftabellen.
Wie kommen wir da endlich raus?
Statistik Dilemma
Das Statistische Bundesamt stützt sich bei seinen alljährlichen Veröffentlichungen auf aktuelle Tariflöhne.
Der Haken daran: In vielen Bundesländern wurden die Tariflöhne seit vielen Jahren nicht angepasst, weil keine Tarifkommissionen zustande kamen. Die aufgeführten Gehälter liegen zumeist noch unter Mindestlohn und werden so längst nicht mehr gezahlt, da Mindestlohn Tariflohn sticht. Aber: es ist das einzig Verfügbare, schwarz auf weiß, belastbar, zitierfähig.
Es spielt keine Rolle, dass in der Realität längst mehr gezahlt wird. Statistisch werden tatsächlich gezahlte Löhne nicht erfasst. Wenn wir also wollen, dass das Friseurhandwerk anders wahrgenommen wird, dann müssen die Tariflöhne rauf.