Wenn man sich auf eurer ►Wella Education-Plattform umschaut, sind die Seminare zumeist ausgebucht - da seid ihr sehr transparent. Wie hat sich das Education-Verhalten Post-Corona verändert?
►Matthias Reutershan: Die Nachfrage nach Präsenzseminaren ist in den letzten Monaten stark angestiegen. Vor 24 Monaten war coronabedingt ein starker Abfall erkennbar, wir mussten die Studios teilweise bis zu drei Monate schließen und konnten diese nach den Wiedereröffnungen aufgrund der gesetzlichen Hygienevorschriften nur zu 80 Prozent auslasten. Zu dieser Zeit war digital das große Thema! Die Leute wollten sich connecten, ihre Probleme, Sorgen, Ängste teilen. Jetzt stellen wir fest, dass der Hang der Community zu Präsenzseminaren wieder da ist und versuchen, perfekte Matches zu finden: Digitalität auf jeden Fall, zukünftig aber eher als Add on.
„Auf der Seite der in-Salon-Einsätze haben wir eine Verdreifachung“
Mirko Mank: Für uns ist 2019 die Benchmark. Im aktuellen Jahr verzeichnen wir ein deutliches Wachstum mit einer Verdreifachung der In-Salon-Einsätze. Der Digital-Bereich ist schnell und gut angenommen worden und hat uns geholfen, unsere Seminartypen zu verschärfen. Für uns bleibt der Mix. Klassisches Handwerk kann durch digital nicht komplett ersetzt werden. Unsere e-Education-Plattform ist auch für Nicht-Wella-Kund*innen zugänglich, denn hier greift unser Wella-Familiengedanke, uns mit unserem Partnerprogramm zu öffnen.
„Studios sind eine wichtige Basis vor Ort.“
Bleiben die Wella Studios bestehen?
Mirko Mank: Ja, wir betreiben in Deutschland sieben Wella Studios, Mietverträge wurden gerade verlängert und die Studios Frankfurt und Düsseldorf haben wir in der Corona-Zeit mit neuester digitaler Technik ausgestattet. Unsere Studios sind und bleiben eine wichtige Basis vor Ort.
Trotz der sieben Studios gibt es weiße Flecken auf der Landkarte – wie deckt ihr die, abgesehen von digital, ab?
Matthias Reutershan: Wir haben 19 Standorte auf DACH Ebene für alle Brands im Portfolio, an denen wir Education Maßnahmen anbieten können, beispielsweise an Partnerschulen, Partnersalons und Handwerkskammern. Mit unserem flächendeckenden Netzwerk ist es uns möglich, Education Maßnahmen für jede Region abzudecken. Zusätzlich haben wir das größte Partnernetzwerk in DACH, hierbei handelt es sich um mehr als 80 externe Partner, die als Freelancer, Artists und Business Experts für die Salons gebucht werden können.
„Wir sind bereit, zu investieren, um die richtigen Menschen für digitale Education zu finden.“
Was bedeutet die Digital-Education für eure Trainer*innen?
Mirko Mank: Ich glaube, das ist eine Reise. Wir haben super Leute, die eine Affinität zur Digitalität haben. Wir haben eine sehr erfolgreiche Educator-Community, die auf Instagram und Co. mit mehreren Tausend Followern unterwegs ist und sind sehr offen und bereit, hier zu investieren, um die richtigen Menschen für digitale Education zu finden.
Bei der TOPHAIR Messe war die einzige Show, die live gestreamt wurde, die Wella-Abendshow mit James Earnshaw und Sassoon. Ist das auf euer Engagement zurückzuführen?
Matthias Reutershan: Absolut, es war uns ein Anliegen, James Earnshaw und Sassoon für alle interessierten Friseure, auch die, die keine Möglichkeit hatten, die Messe zu besuchen, einzuspielen. Ziel war es, wieder Lust auf mehr d.h. Messe Feeling und Aufbruchstimmung zu machen, was uns auch gelungen ist.