imSalon: Wann wurden Sternzeichen für Dich als Friseur interessant?
Max Höhn: Dazu gibt es eine kleine Geschichte. Ich stand kurz vor der Gesellenprüfung, quasi vollgepumpt mit Fachwissen, und gönnte mir einen Haarschnitt in einem hippen Salon. Der Friseur fragte mich nach meinem Sternzeichen und erzählte was von "stur" und so. Ich dachte "so ein Quatsch!" und habe ihm erzählt, dass ich auch Friseur bin.
"Na wäre das nichts für dich? Frag doch mal deine Kunden nach dem Sternzeichen", gab mir dieser Friseur mit auf den Weg und das ging mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf. Irgendwann fing ich an, Menschen nach ihren Sternzeichen zu fragen und stellte fest, dass ich viel schneller Zugang zu ihnen fand.
imSalon: Was meinst Du mit "Zugang"?
MH: Oft frage ich Kunden nach ihren Wünschen und es kommt sowas wie "Ich bin mir nicht sicher, vielleicht Spitzenschneiden". Wenn du kreativ arbeitest, arbeitest du nicht mit dem Wort "Spitzenschneiden", sondern mit dem Wort "vielleicht". Um da weiter zu kommen, brauchst du eine engere Verbindung und hier bringt mich die Frage "Was bist du für ein Sternzeichen?" schnell weiter. Man kommt leichter ins Gespräch und ich zeige ihnen, dass ich mich für sie interessiere. Ich kann sie besser verstehen.
imSalon: Wieviel "Astrofriseure" gibt es?
MH: Weiß ich nicht, ich kenne nur mich (lacht). Ich finde auch nicht, dass ich ein Astrofriseur bin. Das hört sich zu reduziert an, denn die Astrologie ist nur ein Werkzeug. Ich treffe oft Kollegen, die mein Buch gelesen haben und gut finden, aber nur wenige lassen sich auf die Erfahrung ein, ihre Gäste auch nach dem Sternzeichen zu fragen. Ich würde mich freuen, wenn das mehr machen würden.
imSalon: Wie bist Du darauf gekommen, ein Buch über Sternzeichen und Frisuren zu schreiben?
MH: Ich habe schon lange einen Verlag, für den ich Drehbücher schreibe. Dieser kam auf mich zu und sagte: Schreib uns doch das Buch "Der Astrofriseur". Erst fand ich die Idee nicht so gut, weil es sich so reduziert und dogmatisch anhört. Ich habe fünf Jahre gebraucht, um die Idee gut zu finden, fand dann aber keine Zeit zum Schreiben. Kurz darauf bekam ich einen Burnout - ich konnte nicht arbeiten, nicht fernsehen, nicht auf den Computer schauen. Aber was ging: Ich konnte schreiben - einem Bleistift hinterherschauen, das ging. Also legte ich los und so ist dieses Buch recht schnell entstanden.

