Hast du einen Lösungsansatz für ein besseres Ausbildungssystem?
LK: Um den Fortbestand des Dualen Systems zu sichern, bin ich für eine Umlagefinanzierung der Ausbildungsbetriebe! Egal, ob ein Salon ausbildet oder nicht - es soll in die Azubi-Zukunft investiert werden. Das ist sicherlich ein Anreiz für Salons auszubilden und Ausbildungsbetriebe sind nicht gefrustet, weil sie auf den Kosten sitzen bleiben.
Einjährige Lehrverträge finde ich eine gute Idee, um unterschiedliche Lehrbetriebe kennenzulernen und die Ausbildung vielfältiger zu gestalten. Genauso ist es unerlässlich Ausbildungsbetriebe ordentlich zu prüfen, denn alle Azubis brauchen die gleichen Voraussetzungen. Wenn ich sechs Schüler in einem Lehrgang habe, die alle die gleiche Aufgabe erhalten und die einen mit einem guten Ergebnis in einer halben Stunde fertig sind und die anderen 1,5h Stunden benötigen, ist das fatal für das gesamte Handwerk.
"Leider haben viele Friseure kein Interesse daran, etwas politisch zu bewegen und einen „Man kann nichts mehr machen“-Modus aktiviert. Wir sind doch eine riesige Gemeinschaft und müssen uns zusammenschließen!"
Wie siehst du die Zukunft des Friseurhandwerks?
LK: Ich verdiene sehr gut, aber es gibt Nachholbedarf. Es tut sich viel in puncto Arbeitszeitmodelle, etc., aber wir Friseure müssen alle an einem Strang ziehen und uns politisch engagieren. Leider haben viele Friseure kein Interesse daran, etwas politisch zu bewegen und einen „Man kann nichts mehr machen“-Modus aktiviert. Wir sind doch eine riesige Gemeinschaft und müssen uns zusammenschließen!
Wie engagierst du dich politisch?
LK: Ich bin in der ver.di-Tarifkommission und auch für die Innung im Modeteam Niedersachsen bzw. Deutschland tätig.
Wie ist es möglich, sowohl bei ver.di sowohl als auch beim ZV aktiv zu sein?
LK: Ich will mich für das Friseurhandwerk engagieren und als Angestellte bot sich an, in der Gewerkschaft tätig zu sein. Dass ich bei ver.di als auch der Innung tätig bin, war für die jeweilige Partei anfangs schwierig zu verstehen. Ich habe das aktiv aus dem Weg geräumt, in dem ich mit höheren Mitgliedern des Landesverbandes und ZVs gesprochen habe.
Wie lautete deine Erklärung?
LK: Das Friseurhandwerk muss froh darüber sein, wenn sich junge Menschen für ihre berufliche Zukunft starkmachen. Wir verfolgen alle das gleiche Ziel. Wir wollen ein besseres Friseurhandwerk-Image, steigende Ausbildungszahlen und Gehälter, sodass Mitarbeiter zufrieden sind. Dafür braucht es aber junge Menschen, die für das Handwerk einstehen, aber auch Unterstützung der Erfahrenen und keinen Generationenkampf.
Danke, Lena, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft.