Mit einem breiten Schulterschluss setzt die Friseur-Innung Hanau gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft ein unübersehbares Zeichen gegen Schwarzarbeit. Vertreter zahlreicher Ämter und Behörden folgten am 13. August der Einladung zu einem runden Tisch, um den wachsenden Druck durch illegale Friseurbetriebe zu beleuchten – und konkrete Gegenmaßnahmen einzuleiten.
„Es muss endlich gehandelt werden – nicht nur geredet. Die ehrlichen Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, während sich Schwarzarbeit ungehindert ausbreitet“, machte Innungsobermeister Dirk Specht gleich zu Beginn klar. Mit der jüngsten Ausweitung des Schwarzarbeitsgesetzes auf das Friseurhandwerk sei jetzt der Moment, um gesetzliche Möglichkeiten entschlossen zu nutzen.
Dumpingpreise und unfairer Wettbewerb
Dirk Specht schilderte die Lage der ordnungsgemäß eingetragenen Salons: Sie kalkulieren Preise unter Berücksichtigung des Mindestlohns, halten sich an gesetzliche Vorgaben – und geraten dennoch ins Hintertreffen, wenn sie mit Dumpingpreisen illegaler Anbieter konkurrieren müssen. Besonders problematisch: Viele dieser Schattenbetriebe operieren unter dem Deckmantel sogenannter "Barbershops". Zwar gebe es auch rechtskonforme Barbershops, doch die Zahl der schwarzen Schafe nehme zu.
Auch mobile oder von zuhause aus tätige Kleinunternehmende rückten in den Fokus: Wer über die steuerfreie 24.000-Euro-Grenze hinaus arbeitet, ohne dies zu melden, verschaffe sich unfaire Vorteile – oftmals unbemerkt und ohne Kontrolle.
Fragmentierte Zuständigkeiten – jetzt wird gebündelt
Deutlich wurde in der Diskussion: Die Bekämpfung der Schwarzarbeit ist auf zahlreiche Behörden verteilt – vom Arbeitsamt über den Zoll bis hin zur Gewerbeaufsicht. Diese Zersplitterung hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass viele Verstöße im Sande verliefen. „Was wir bisher hatten, war eine Einbahnstraße. Wir brauchen eine Durchgangsstraße mit klaren Schnittstellen zwischen den Ämtern“, so Dirk Specht.