2016 hast du den Top Salon Award gewonnen, ein Jahr nach Eröffnung. Alle Achtung!
FE: Ja! Darauf habe habe ich mich richtig aufwändig vorbereitet, mit einer 50-seitigen Bewerbung.
Wie bitte? 50 Seiten Bewerbung?
FE: (lacht) Ja! Ok, davon waren ungefähr 18 Seiten Fotos, aber ich habe gemeinsam mit meinem Architekten das ganze Konzept hineingeschrieben: Woher kamen unsere Inspirationen für den Salon? Welche Geschichte möchten wir erzählen? Wer bin ich? Wie verbindet sich das mit dem Handwerk? Welche Stoffe haben wir verwendet und warum? Nicht nur die Fotos waren da wichtig, sondern auch das geschriebene Wort. Ich wollte, dass die Jury die Fotos sehen und den Salon fühlen kann. Denn hier ist alles Unikat! Die Stühle und die Einrichtung, die Theke, die Marmorplatten, die Corian Waschbecken, die flexiblen Wände…
"Ich wollte wissen, was ich als Jungunternehmer erreichen kann."
Warum hast du dich beim Salon Award beworben?
FE: Weil ich bei den German Hairdressing Awards eine echt gute Männerserie eingereicht, aber nichts gewonnen hatte. Innerlich dachte ich, jetzt muss ich irgendwas abräumen! Nachdem das mit dem Künstlerischen nicht funktioniert hat, wollte ich wissen, was ich als Jungunternehmer erreichen kann.
Du bist jung. Steigt das zu Kopf?
FE: Ich bin noch weit weg davon zu sagen, ich habe es geschafft. Mein erster Chef sagte immer: Erst muss man das Laufen lernen, dann kannst du rennen. Wir haben in den ersten 3 Jahren laufen gelernt und laufen stabil. Jetzt sind wir an dem Punkt, dass wir anfangen können zu rennen. Mit guten, kreativen Leuten. Wir wollen zeigen, dass der Beruf toll ist und mehr bedeutet als nur Haare zu schneiden! Wir sind zwar noch recht klein. Aber das bedeutet nicht, dass man uns nicht hört!
Wie stehst du zu Lehrlinge ausbilden?
FE: Das ist auf jeden Fall Thema. Wenn der, oder die Richtige kommt.
"Ich bin ganzheitlicher Berater... wir sind Typberater nicht nur im Optischen!"
Als was siehst du dich beruflich?
FE: Als ganzheitlichen Berater. Und ich finde alle meiner Kollegen sollten so denken! Denn ohne uns würden die Leute nicht so aussehen, wie sie aussehen. Kunden kommen ja nicht nur zu uns wegen der Haare, sondern auch wegen der Gespräche und unserer Meinung. Wir müssen das nicht immer betonen, aber wir sind Typberater nicht nur im Optischen. Leider signalisieren Kunden immer noch - wenn auch oft unbewusst – „Du bist halt nur Friseur!“ Aber langsam wendet sich das. Und das ist wichtig.
Was sagst du, wenn dich jemand fragt, was du beruflich machst?
FE: Ich habe einen Salon. Ich bin Hairdresser. Ich bin Kundenberater. Ich bin Creative Director. Ich bin Style Director oder Art Director im Haarbereich. Es kommt immer auf die Situation an.