Im Gespräch mit Katja Ottiger
Sascha, du hast die icono academy verlassen und bist seit März Education Director der Kao Salon Division Germany. Was waren deine Beweggründe?
Sascha Haseloff: Mir war immer klar, sollte ich mich je verändern, werde ich den Schritt in die Industrie gehen und den dann nur mit Kao! Ich war mit icono 20 Jahre lang selbstständig und so lange bin ich mit dem Familiengedanken der Kao Salon- und Goldwell-Community verbunden, Freundschaften sind entstanden. Diese Chance, mich mit meinem Know-how und meiner Kreativität in der Rolle als Education Director einbringen zu können, habe ich gern angenommen. Natürlich war es keine leichte Entscheidung, die icono academy zu verlassen, aber sie ist in guten Händen (imSalon berichtete: ►André Lemke wird Geschäftsführer icono academy). Bei aller Emotionalität verbindet uns nun formal die Partnerschaft, die icono mit Kao Salon verbindet.
Was sind die besonderen Herausforderungen in deiner neuen Position?
SH: Wir befinden uns in einer schnelllebigen Zeit, steigende Energiekosten, Preissteigerungen und sinkende Mitarbeiterzahlen sind Themen, die die Unternehmen beschäftigen: Unsere Herausforderung ist es, Education so aufzustellen, dass wir hier marktgerechte Lösungen, die auf die Bedürfnisse unserer Partnerinnen und Partner zugeschnitten sind, anbieten. Wir haben ein sehr erfahrenes Team und Trainer und Trainerinnen, die eng am Kunden arbeiten und dadurch viel zurückspiegeln.
„In Zukunft wird sich alles über Qualität entscheiden."
Du kennst die Nöte der Friseurinnen und Friseure und derer, die Salons betreiben. Wie möchtest du die Education positionieren?
SH: Für die Unternehmen, aber auch die Endkunden, wird sich in Zukunft alles über die Qualität entscheiden. Alle reden über Preiserhöhungen - wir sind nun an dem Punkt, an dem wir diese auch im Lohn-, Umsatzverhältnis umsetzen müssen! Es werden künftig die erfolgreich sein, bei denen Kundinnen und Kunden den Servicegedanken, die Effizienz der Dienstleistung und die fachliche Qualität spüren. Das ist auch unser Education Ansatz: Effizienz und fachliche Qualität zu trainieren, um jedem Salon eine gute Positionierung zu gewährleisten, damit entsprechende Umsätze möglich sind.
„Education ist nicht Kosten-, sondern Nutzenfaktor.“
Return on investment - Menschen wünschen sich bei steigenden Preisen eine nachvollziehbare Messbarkeit, gerade in der Dienstleistung. Ist Education messbar?
SH: Für Friseurinnen und Friseure gibt es zwei wichtige Faktoren: bezüglich Trends immer up to date zu sein und neueste Techniken parat zu haben, zunehmend aber auch zu verstehen, das eigene Salonbusiness erfolgreich und innovativ zu verändern. Alle müssten eigentlich einen größeren Teil in Education investieren und dieses Invest nicht als Kosten-, sondern als Nutzenfaktor betrachten. Wenn sich ein Unternehmen entscheidet, Seminarbesuche zu ermöglichen, erwartet es hinterher den return on investment. Da macht es einen Unterschied, ob ich ein Trendseminar belege oder im Seminar gelernt habe, Zusatz- und Premium-Dienstleistungen anzubieten und gewinnbringend in den Salonalltag zu integrieren. Letzteres ist schneller spürbar und messbar.
„Wenn du Wachstum möchtest, musst du dein Team individuell stärken.“
Wie hat sich Education in den letzten Jahren verändert?
SH: Education wird in Zukunft noch individueller. Viele reden davon, Education gehe zurück in den Salon, diese Tendenz sehen wir auch. Allerdings ist gerade die Individualität auch die Herausforderung, ein Team zu entwickeln. Eine Salonschulung lässt sich nutzen, um zu sehen, wo das Unternehmen steht, um hinterher maßzuschneidern und die gesamte Palette zu nutzen: Academy Seminare, ‚on demand‘ Schulungen mit der absoluten Flexibilität, Seminare mit Lernzielen, die Defizite abdecken … Wenn du Wachstum und ein Team schnell entwickeln möchtest, dann musst du deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell stärken.