Wie hält man an Tradition fest, ohne verstaubt zu wirken?
FG: Ich denke, das ist personenabhängig. Irgendwann sieht man, dass es Bereiche gibt, die nicht mehr modern sind. Mit dem Generationenwechsel ergibt sich das auch irgendwie automatisch, der Nächste sieht Dinge anders, meist zeitgemäßer.
Diese Übergaben gestalten sich häufig schwierig, wie läuft das bei ihnen?
FG: Ein Generationenwechsel ist immer eine Herausforderung, das liegt in der Natur der Sache. Natürlich kommt es während des Prozesses zu Reibereien, da müssen alle Beteiligte loslassen lernen.
Gibt es Empfehlungen, die sie aus dem Prozess herausgeben würden?
FG: Miteinander reden! Ich denke, jeder hat gute Argumente und die sollten gegeneinander offen abgewogen werden. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob man mal herunterschluckt oder lieber für die Durchsetzung kämpft. Wenn man da die richtige Balance findet, dann schafft man das.
Sie gönnen sich zum Jubiläum ein neues Einrichtungskonzept, was wird anders?
FG: Die Substanz des Salons bleibt bestehen, wird aber komplett renoviert und neu bestückt. Hierfür arbeiten wir mit einem großen Friseureinrichter zusammen. Ganz wichtig ist ein vollkommen neues Technik- und Lichtkonzept.
Worauf wurde beim Lichtkonzept geachtet?
FG: Es ging vorrangig darum, alle technischen Anforderungen zu erfüllen, was Lumen etc. angeht. Es gibt ja strenge Richtlinien, die man als Gewerbebetrieb erfüllen muss. Gleichzeitig wollten wir, dass der Salon heller, frischer und größer aussieht. Hierfür haben wir eng mit einem regionalen Anbieter zusammengearbeitet, der das Ganze für uns konzipiert hat.
Und das Technikkonzept?
FG: Wir haben vieles im Salon automatisiert, mit Smart Home Adaptern, die alles steuern. Wir haben den Computerstandplatz erweitert, einen Computer in die Mix-Ecke gestellt. Im Digitalen haben wir den Terminplan sichtbarer eingebettet. Es gibt jetzt ein rundes Musikkonzept. Aber auch Kleinigkeiten wie einen eingebauten Wassersprudler.
Was ist ein eingebauter Wassersprudler?
FG: Wir haben eine sehr hohe Wasserqualität, jetzt kommt das gekühlte Sprudelwasser direkt aus dem Hahn, das spart sehr viel Zeit, aber auch die Lagerung von Wasserflaschen fällt weg.
Wir haben zusätzlich auch einen Kühlschrank direkt in die Wand einbauen lassen. Quasi Technik kombiniert mit Servicecharakter, um ein umfassendes Getränkeangebot von Saft, über Bier, bis Sekt anbieten zu können. Das ist bei uns gratis dabei.
Ihr habt auch eine Solar-E-Ladesäule für Kunden. Das ist gratis?
FG: Sie ist pauschal immer für unsere Kunden gratis. Allerdings gibt es eine Einschränkung, sie wird ausschließlich aus Solarenergie gespeist. Der Kunde tankt grün und solange Strom da ist, steht dieser gratis zur Verfügung. Dieser Parkplatz ist ebenso barrierefrei und von dort aus kommt man ebenerdig direkt in den Salon.
Das klingt sehr durchdacht und serviceorientiert. Und es geht ja weiter. Ihr bietet auch einen öffentlichen Wickelplatz. Was heißt öffentlicher Wickelplatz?
FG: Das war eine Initiative der Stadt St. Ingbert, an der wir uns beteiligt haben. Wir sind hier in einem relativ kleinen Ort, in dem es genau eine öffentliche Toilette gibt. Diese war irgendwann einmal kaputt und die Stadt startete die Aktion „nette Toilette“, mit der sie Gewerbeteilnehmende bat, während der Geschäftsöffnungszeiten eine Toilette plus Wickeltisch bereitzustellen. Das wurde sehr gut bezahlt und daran haben wir uns gerne beteiligt.