Im Gespräch mit Katriina Janhunen
Wie war der Einstieg in Ihre Selbstständigkeit?
Jasmin Zeidler: 2021 war ich schwanger und durch Corona zeichnete sich schon ab, dass mein Job nicht mehr bestehen bleibt. Also habe ich entschieden, mich als Kleinunternehmerin selbstständig zu machen. Ich habe nur minimal gearbeitet, um Stammkunden zu behalten. Im Januar 2022 wurde mein Sohn geboren, nach dem Mutterschutz habe ich minimal weitergearbeitet. Erst nachdem mein Sohn in die Krippe gegangen ist, konnte ich das hochkurbeln. Innerhalb von einem Jahr habe ich meinen Umsatz verdoppelt und bin in die Regelbesteuerung gekommen.
Das heißt, Ihr Grund, um ein Kleinunternehmen zu gründen, war die Mutterschaft?
JZ: Genau und die Flexibilität. Ich arbeite auch jetzt höchstens 18 Stunden die Woche und verdiene genauso viel wie angestellt. Mittlerweile habe ich zwei Aushilfen eingestellt und es läuft sehr gut.
Hatten Sie damals im Kleingewerbe einen eigenen Salon?
JZ: Die erste Zeit habe ich mobil gearbeitet, aber dann mit Stuhlmiete angefangen. Aktuell habe ich die Aussicht darauf, den Salon, in dem ich meinen Stuhl gemietet habe, auf Dauer zu übernehmen, weil die Besitzerin in Rente geht.
Wie lief der Umstieg in die Regelbesteuerung? Haben Sie die Preise erhöht?
JZ: Ich habe die Preise schon erhöht, aber ich hatte sie auch davor nicht so niedrig. Ich habe die Preise vielleicht um 10% angehoben, nicht um 19%, weil ich vorher schon höherpreisig war.
Und wie fanden die Kundinnen das?
JZ: Die fanden das alle völlig in Ordnung. Da ich am Rande von Hamburg bin, wandern auch sehr viele aus Hamburg aus – da sind ja teilweise die Preise astronomisch gestiegen. Dadurch, dass ich mich auf Blond spezialisiert habe, spreche ich auch nur dementsprechendes Publikum an. Die lassen gerne ein bisschen mehr Geld im Salon.