"Ich will das nun 4-5 Jahre probieren und wenn es gut weiter geht – wunderbar! Ich habe nichts zu verlieren, kann dazulernen und wachsen, aber jederzeit auch wieder gehen. Diese Branche hat mir so viel gegeben, da will ich nichts „unprobiert“ liegen lassen. Ich bin es dem Handwerk schuldig.
Welche Erwartungen hast du an dich in dieser neuen Position?
CH: Ich will das nun 4–5 Jahre probieren und wenn es gut weiter geht – wunderbar! Ich habe nichts zu verlieren, kann dazulernen und wachsen, aber jederzeit auch wieder gehen. Diese Branche hat mir so viel gegeben, da will ich nichts „unprobiert“ liegen lassen. Ich bin es dem Handwerk schuldig.
So wie in jeder Verbindung, die man eingeht, müssen sich beide Partner kennenlernen und in der Phase befinde ich mich gerade. Ich möchte nun herausfinden, was ich verändern kann. Mit meiner Expertise und meinem Wissen versuche ich, den Nachwuchs zu erreichen, aber auch diejenigen, die schon 20–30 Jahre mit dabei sind. Diese Gruppe wird oft vergessen. Die müssen wieder abgeholt und im Talk zusammengebracht werden.
"Eine Innungsmitgliedschaft ist teilweise sehr negativ behaftet. Ich gebe Positives rein und bekomme auch viel zurück."
Was hat sich verändert, seitdem du Teil der Innung bist?
CH: Es spricht sich natürlich rum, dass man den Schritt wagt. Viele fragen mich, was ich davon habe oder tun es als Zeitverschwendung ab. Eine Innungsmitgliedschaft ist teilweise sehr negativ behaftet. Ich gebe Positives rein und bekomme auch viel zurück. Zum Beispiel dieses Interview jetzt und auch meine Kunden merken, dass sich ihr Friseur um die Branche kümmert.
"Die Innung muss raus aus den alten Schuhen! ... das passiert aber nur, wenn Leute da sind, die sich diese neuen Schuhe anziehen."
Was sagst du, wenn jemand der Meinung ist, dass die Innung veraltet ist?
CH: Es liegt an einem selbst, was man einbringt. Es stimmt auch nicht, dass man nicht modern sein darf. Ich blieb bei den Shows meinem Stil treu und war sehr laut! Und es hat gefruchtet. Über 400 Azubis waren dabei. Die haben mir anschließend auf Instagram geschrieben, andere haben sich sogar beworben. Die Innung und auch die Friseure müssen über ihren Schatten springen und die neue Verbindung wagen. Man muss sein Ego herunterschrauben und schauen, wovon man wirklich profitiert. Aber allen voran brauchen wir eine Lobby! Es hilft auch nichts, wenn man sich als Salon an Trends aus dem Ausland orientiert. Letztendlich sind unsere Salons in Deutschland und da muss ich ansetzen, um Dinge zu verbessern. Ich weiß, es ist eine Monsteraufgabe und allein schaffe ich das nicht, deswegen schreie ich es raus, damit sich Leute anschließen.
Welche Erwartungen hast du von Seiten der Innung?
CH: Die Innung muss raus aus den alten Schuhen! Das ist schon seit meiner Lehrzeit so, das passiert aber nur, wenn Leute da sind, die sich diese neuen Schuhe anziehen. Außerdem erwarte ich mir Wertschätzung den Künstlern und Artists gegenüber. Alle müssen mit ins Boot genommen werden und es müssen Benefits da sein, denn niemand macht etwas ohne Vorteil.
Danke, Cihan, für das spannende Gespräch und alles Gute für die Zukunft!