Pietro Macri, PAM Hair Design Team, im Gespräch mit Katja Ottiger
"Wir müssen die Verantwortung übernehmen, Kunden zu führen und zu Veränderungen zu ermutigen."
Worin siehst du die Zukunft in der Friseurdienstleistung?
Pietro Macri: Im guten, handwerklichen Können und in der Beratung. Wir müssen die Verantwortung übernehmen, Kunden zu erkennen und sie der Lebensumstände, der Haarqualität, dem Körperbau und dem Lifestyle entsprechend zu führen und für Veränderungen zu ermutigen.
"Die Menschen sind in den letzten Jahren einfach nicht mehr gewöhnt, zu experimentieren."
Was genau meint du damit?
PM: Die Menschen sind in den letzten Jahren einfach nicht mehr gewöhnt, zu experimentieren, so wie ich das in den 90er Jahren erlebt und gelernt habe. Junge Menschen waren damals experimentierfreudig. Ob rot, grün oder gelb, ob Punk, ob Psych, ob Classic, Dauerwelle oder Strähnen - da wurde das ganze Repertoire gewählt. Im Moment stelle ich fest - ob Mutter oder Tochter, ob Teenie oder Best-Ager - beide haben gleichermaßen Extensions, Wimpern-Lashes und gewisse Tunings, so dass es keine Differenzierung mehr gibt. Und das ist unsere große Herausforderung: mit unserem fachlichen Wissen und unserer Menschenkenntnis Kunden abzuholen und zu begleiten.
Woran erkennst du, ob jemand gut Haare schneiden kann?
PM: Das erkenne ich daran, wie jemand das Haar aufteilt und seinen Schneideplan verfolgt. Nach ein paar wenigen Linien ist klar, ob derjenige oder diejenige sauber arbeitet oder Proportionen ins Leere betreibt.