ACHIM ROTHENBÜHLER, J.7 GROUP DIRECTOR und Kao Artist, im Zukunftsgespräch mit imSalon
Was glaubst Du, braucht es als Friseurunternehmer, um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können?
Achim Rothenbühler: Professionalität in unserem Business ist wichtiger denn je, und damit meine ich in allen Bereichen. Ein handwerklich guter Friseur zu sein, wird zukünftig nicht mehr reichen. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind gerade in Zeiten, in denen das Geld knapp wird, unabdingbar. Gleichzeitig muss ich mehr denn je für die Sichtbarkeit meines Unternehmens sorgen. Das bezieht sich auf die Endverbraucher, aber vor allem auf die Arbeitgebermarke.
Was ist für dich die wichtigste Maßnahme, um Sichtbarkeit zu gewährleisten?
AR: Der Salon, inklusiver seiner Persönlichkeiten, muss in meiner Region wahrgenommen werden. Eine kontinuierliche Social Media Präsenz auf allen wichtigen Kanälen ist für mich ein absolutes Muss.
Auch für die Arbeitgebermarke?
AR: Wenn ich in Zukunft weiterhin erfolgreich sein will, muss ich mich als Ausbildungsbetrieb, den sich ändernden Herausforderungen des Arbeitsmarktes stellen.
Flexible Arbeitszeitmodelle, faire Bezahlung und eine teamorientierte Atmosphäre sind die Grundvoraussetzung, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Die Zeiten, wo Übungsabende nach Feierabend stattfinden, oder Überstunden als selbstverständlich gelten, sind schon lange vorbei.
Damit tun sich noch immer viele schwer!
AR: Was wir jetzt vor allem brauchen, sind Führungskräfte, die positiv eingestellt sind und sich den aktuellen Herausforderungen mit Kreativität stellen. Wir müssen diese Energie unserer Gründungszeit wieder abrufen und jetzt mit einem Neustart in die Zukunft gehen. Wer darauf wartet, dass es wieder so wird, wie vor 5 Jahren hat verloren.
Es gibt viel, das wir dafür als Branche selbst lösen müssen. Es gibt aber auch Forderungen an die Politik, welche hättest Du dabei?
AR: Von der Politik erwarte ich schon lange nichts mehr! Am meisten würde ich mir wünschen, dass wir als mittelständische Unternehmen wieder wahrgenommen werden.
Die meisten von uns waren in den guten Zeiten fleißige Steuerzahler, aber seit der Pandemie fehlt es an der notwendigen Unterstützung, um vernünftig durch diese Krisenzeit zu kommen. Ja, es sind keine lauten Insolvenzen, es sind leise Schließungen. Aber hinter jedem Salon, der aufgeben muss, hängen persönliche Schicksale und Existenzen.