Im Gespräch mit Lea Werry
In Deutschland sind genderneutrale Preise keine Pflicht. Was hat euch dazu bewegt, in eurem Salon genderneutrale Preise anzubieten?
Benjamin Gnoth: Wir sind schon seit Jahren Teil der LGBTQ+ -Bewegung und wollen auch im Alltag diese Themen sichtbar machen. Die Gleichstellung der Geschlechter ist da ein großer Punkt.
Außerdem kommt die Frage schon mal auf: Warum kostet ein kurzer Frauenhaarschnitt mehr als ein kurzer Männerhaarschnitt? Wir wollen weg vom "Ist halt so, hat man immer so gemacht"
Wie habt ihr die Preise im Detail angepasst?
Benjamin Gnoth: Wir haben uns dazu entschieden einen festen Preis für den Haarschnitt zu nehmen. Waschen/Schneiden/Trockenpusten kostet bei uns 40,-€. Wir berechnen nun die Stylings anders. Sobald wir eine Bürste oder andere Stylingtools in die Hand nehmen, kostet das dann mehr (bis Schulter 15,-€, ab Schulter 20,-€).
Sind dadurch die Männerpreise automatisch nach oben gegangen?
Carolin Wendt: Nein! Die Herrenpreise sind so geblieben. Wir haben den Damenpreis günstiger gemacht.
Gab es negatives Feedback von Männern, die sich beschwerten, dass die Damenpreise günstiger wurden?
Benjamin Gnoth: Von unseren Kunden hat sich kein Mann beschwert das die Frauenpreise günstiger geworden sind. Die Meisten haben eher gefragt, wieso die Damenpreise überhaupt teurer waren.
Die einzigen negativen Kommentare kamen von Menschen die keine Kunden bei uns sind. Unser Konzept würde nicht funktionieren und wir würden uns nur bereichern wollen. Naja, diese Menschen denken wir hätten den Herrenpreis erhöht.