Zukunftskongress schafft Diskurs mit Politik für das FriseurHandwerk
Die von imSalon initiierte Veranstaltung schuf ein starkes Gemeinschaftsgefühl aller Akteure im Friseurmarkt. Vor allem ein neues „Wir-Gefühl“ im gesamten FriseurHandwerk soll den Grundstein einer neuen Ära legen. Raphaela Kirschnick verspricht den Gästen: "Das ist erst der Anfang! Wir bleiben politisch, denn jetzt ist die Zeit gekommen, laut zu sein und laut zu bleiben, und zwar gemeinsam."
Mehr als 550 Teilnehmende konnte der Zukunftskongress für Friseure unter dem Motto #FriseurebrauchenZukunft verzeichnen, der neben seiner politischen Mission mit inspirierenden Vorträgen und Diskussionen zu nachhaltigem Wirtschaften im Friseurhandwerk punktete.
Prominenter Keynote-Speaker war der Autor und Philosoph Richard David Precht. Er sprach über die Zukunft empathischer Berufe und gab der Branche Hoffnung. Er betonte, dass empathische Berufe zu den Gewinnern der Automatisierung zählen, da der Friseur auch in Zukunft persönlich am Kunden arbeiten wird, im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen, die maschinell ersetzt werden.
Neben inspirativen Vorträgen von Zukunftszeichner ►Marcel Aberle, der leidenschaftlichen Denkerin in Upgrades ►Sabrina Poser, Modeschöpfer Marcel Ostertag sowie den beiden dem nachhaltigen Arbeiten verschriebenen Unternehmerinnen Petra Brockmann und Juliette Beke war der große Polit-Talk wegweisend und außergewöhnlich.
Politik-Talk mit anschließender Forderungspapier-Übergabe
Den Höhepunkt des Events bildete eine Podiumsdiskussion, die ►HIER nachgeschaut werden kann. Teilgenommen haben Richard David Precht, Staatssekretär Michael Kellner, Jörg Dittrich (Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks), Manuela Härtelt-Dören (Präsidentin Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks) und den Friseur-Unternehmern Heiko Schneider sowie Filiz Erdogu.
Besonders intensiv wurde über das Thema Coronahilfen diskutiert. Manuela Härtelt-Dören brachte deutlich die Meinungen und Emotionen der Branche zu den Rückzahlungen zum Ausdruck und verdeutlichte Staatssekretär Michael Kellner, wie wenig sich die Friseurbranche von der Politik wahrgenommen fühlt. Jörg Dittrich betonte die Wertschätzung des Handwerks seitens der Politik, forderte jedoch, dass den Worten auch Taten folgen müssen. Der Staatssekretär zeigte sich interessiert an der Forderung nach steuerlicher Absetzbarkeit der Friseurdienstleistung. Er betonte, dass dies nicht nur ein Anreiz für Friseure sein könnte, in legalen Strukturen zu arbeiten, sondern auch Schwarzarbeit bekämpfen würde.
Die anschließende Überreichung des Vier-Punkte-Forderungspapiers an das Wirtschaftsministerium markierte schließlich den offiziellen politischen Abschluss des Tages. Die Forderungen, darunter eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7%, die Möglichkeit, Friseurausgaben von der Steuer abzusetzen, eine Prämie für Ausbildungen sowie verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit, sollen faire Rahmenbedingungen für die Branche schaffen. Staatssekretär Michael Kellner versprach eine gewissenhafte Prüfung der Forderungen, insbesondere der steuerlichen Absetzbarkeit des Friseurbesuchs, und betonte sein Interesse an zukunftssicheren und nachhaltigen Rahmenbedingungen für die Friseurbranche.