imSalon: Wie bitte kommt man dazu eine neue Art des Haareschneidens zu erfinden?
Frank Brormann: Also die ganze Geschichte habe ich so noch gar nicht erzählt.
imSalon: Bitte von Anfang an, das interessiert mich wirklich sehr..
Es begann alles mit Frau Dr. Prof. Barbara Schott, die seit 10 Jahren meine Trainerin ist, mich coacht (Kinesiologie und NLP). Im Bauch hat man ja alle Antworten und sie ist da mein Medium, hilft mir Antworten in mir auf meine Fragen zu finden. Ich hoffe das klingt jetzt nicht allzu merkwürdig?
imSalon: Nein!
Also, die Fragestellung, die ich damals hatte, lautete: „Wie hinterlasse ich auf dieser Welt Fußstapfen und wirble nicht nur Staub auf?“ Dafür muss man etwas machen, das anders ist.
Vor ungefähr 10 Jahren war ich für Wella in Südafrika. Ich sollte nichts mitnehmen, es war angeblich für alles gesorgt. Naja, dann gab es gar nichts. Ich bekam ein Modell und das hatte sehr sehr feines Haar. Ich hab dann improvisiert, sie auf der Bühne in eine Schaukel gesetzt und unkommentiert ihr Haar geschnitten. Ich mag feine Haare.
Als ich danach mit Frau Schott über dieses Erlebnis sprach, wurde mir mit einem Schlag klar: “Ich liebe feines Haar“! Feines Haar bedarf besonderer Schnitttechnik und die Schere ist zum schrägen Schneiden denkbar ungeeignet. So entwickelte ich den „Curve Cut“, ein Messer für den 360°- Messerschnitt. Danach begann ein langer Weg geprägt von Trial & Error.
imSalon: Und wie entstand dann der Calligraph?
Ich brauchte einen Designer für das Instrument und wollte dafür die Intelligenz vor Ort nutzen. So kam ich auf die Designagentur „Sieger Design“ in Münster. Es fing alles mit einem langen Gespräch an, dann kamen Design-Entwürfe und als ich mich entschieden hatte, habe ich bei Tondeo vorgesprochen. Tondeo hat dann das Design produziert.
imSalon: Das klingt alles recht einfach!
Danach sieht immer alles leichter aus. Aber in der Entstehungsphase bin ich an die Grenzen meiner Belastbarkeit gegangen.
imSalon: Wie kamen Sie auf den ziemlich genialen Namen Calligraph?
An einer Hotelbar in Paris, im Rahmen einer IC Veranstaltung, habe ich mit Freunden darüber sinniert. Ich bin ein Bewunderer von Steve Jobs, der als Ausbilder für Kalligraphie gearbeitet hat, naja, man hält das Werkzeug wie einen Kalligraphen, so entstand der Name.
imSalon: Was unterscheidet den Calligraph von einem Messer?
Der „Warmes-Brot“-Winkel (Anm.: Wenn man ein Messer flach auf den Brotrücken drückt wird das Brot zerquetscht. Setzt man das Messer jedoch in einem schrägen Winkel an, dann kann man das Brot blitzsauber schneiden)! Der Winkel der Klinge im Kalligraph beträgt 3° geschnitten wird mit einem Winkel von 21°, dem sogenannten Gilette-Winkel.
imSalon: Die Bewegung sieht kompliziert aus!
Nein, es wird feinmechanisch aus der Hand, niemals aus dem Arm, heraus gearbeitet, das muss man lernen und erfordert Übung.
imSalon: Man kann den Calligraph nicht einfach erwerben, sondern muss eine Schulung absolvieren und dann eine jährliche Lizenzgebühr entrichten. Klingt ungewöhnlich!
Wir bieten ja mehr als nur ein Werkzeug, denn mit dem Calligraph ist man Teil einer Gemeinschaft, die sich auch inszeniert. Die Lizenzgebühren refinanzieren unser umfangreiches Calligraphy Cut-Marketing. Wir bieten eine eigene Webseite, einen Salonfinder über den im übrigen monatich 10.000 Endverbraucher Calligraphy-Salons finden. Eine App, Marketing Maßnahmen und vieles mehr werden den Calligraphen damit geboten. Ein professionelles, hochwertiges Drum-Herum ist wichtig, denn wenn du Gold verkaufen willst, musst du Gold ausstrahlen. Auch umfangreiche PR füttert konstant die Medien. Wir hatten zum Start 30 Mio. Endverbraucherkontakte
imSalon: Kann man einen Calligraphy-Friseur-Typen ausmachen?
Ein feinmotorisch, feinfühlig veranlagter Mensch mit Liebe für feines Haar.
