"Ich bin klar dafür, den Mindestlohn erst auf 14 Euro, dann im nächsten Schritt auf 15 Euro anzuheben", so Bundeskanzler Olaf Scholz im Gespräch mit dem Magazin Stern, worin er ebenfalls mit einer Kritik an der Mindestlohnkommission aufhorchen ließ. "Die Arbeitgeber haben nur auf einer Mini-Anpassung beharrt."
Mit diesen Aussagen hat der Bundeskanzler für ordentlich Kritik gesorgt. Nicht nur Arbeitgeberverbände, Wirtschaftsvertreterinnen*Wirtschaftsvertreter, Medien und freilich die Opposition riefen umgehend mit umfangreicher Kritik zur Debatte auf.
Auch der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks kritisiert den Vorstoß des Kanzlers und die damit verbundene Verunsicherung und Existenzängste der Unternehmenden des Friseurhandwerks. Der mit der Forderung verbundene Lohnanstieg von 17,2% hat unabsehbare Konsequenzen für Beschäftigte wie für Unternehmende in der wirtschaftlich angeschlagenen Branche.
„Der Vorstoß des Kanzlers ist zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Die Verhandlungen zum Mindestlohn gehören nicht in die Presse, sondern in die Mindestlohnkommission“, äußert sich Manuela Härtelt-Dören, Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (ZV), zum Statement des Bundeskanzlers. Dem Friseurhandwerk, welches ohnehin durch Krisen, Inflation und anhaltende Konsumzurückhaltung geschwächt ist, drohen existenzgefährdende Auswirkungen durch die Erhöhung des Mindestlohns.